Mitte der 1990er entstanden im Rückversicherungsmarkt neue Produkte aus dem Bereich der Risikofinanzierung. Vor allem international tätige Rückversicherer boten damals in Zusammenarbeit mit Banken und Beratungshäusern erstmals alternative Formen der Risikofinanzierung an. Diese neuen Angebote konnten die privaten Versicherungsgruppen über ihre Auslandsunternehmen oder über große, international tätige Rückversicherer nutzen – öffentliche Versicherer nicht.

Es blieb den öffentlichen Versicherern nur die Alternative, ihr Geschäft außerhalb der Gruppe der öffentlichen Versicherer im privaten Markt zu platzieren. Geschäft, das der Deutschen Rück verloren ging.

Intensiv diskutierten die Aktionäre darüber, ob und wie die Deutsche Rück wieder im Ausland tätig werden sollte, um auch diese neuen Formen des Risikotransfers anbieten zu können. Schließlich fiel die Entscheidung für einen behutsamen ersten Schritt über die Grenzen.

Das Tochterunternehmen DR Swiss – Deutsche Rückversicherung Schweiz AG mit Sitz in Zürich wurde gegründet und nahm im Oktober 2000 die Arbeit auf.

Das Headquarter der DR Swiss in der Schweizergasse in Zürich

Meldung aus der „Sonntagszeitung“ (Schweiz) vom 22.8.2000

Niedrig gesteckte Ziele

Die Business-Ziele für das neue Unternehmen formulierte man bewusst sehr niedrig. Unter den Aktionären gab es schließlich immer noch große Vorbehalte gegenüber einem Engagement im Ausland. Deshalb sollte die DR Swiss äußerst vorsichtig agieren. Außerdem holte man sich als Partner den Versicherer VHV mit ins Boot, der sich mit 25 Prozent an der DR Swiss beteiligte. Damit seien die möglichen Risiken auch auf ein Unternehmen außerhalb der öffentlichen Versicherer verteilt, so die Begründung seinerzeit. 

Der erste kleine Schritt für die spätere Expansion ins Ausland war getan.

Mit der DR Swiss erhielten die öffentlichen Versicherer eine Möglichkeit, über ihre eigenen Gruppeninstitutionen den Schritt ins Ausland zu gehen. Mit der neuen Tochter in Zürich waren nun auch alternative Modelle der Risikofinanzierung innerhalb der Gruppe der Öffentlichen möglich.