Ein solidarischer Kraftakt
Dr. Günter Schmidt
Dr. Günter Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe Hannover, spielte als Sanierer dabei eine entscheidende Rolle. Schmidt veranlasste eine eingehende Untersuchung des Auslandsgeschäfts und erarbeitete im Auftrag der Aktionäre einen umfassenden Sanierungsplan. Zusätzlich zu seinen Aufgaben in Hannover übernahm er 1993/1994 für ein Jahr den Vorstandsvorsitz der Deutschen Rück.
Unter seiner Führung retteten alle öffentlichen Versicherer gemeinschaftlich die Deutsche Rück. Sie erhöhten die Eigenmittel der Gesellschaft durch den Kauf von Genussrechten um 100 Millionen DM.
Der Betrieb der Deutschen Rück UK wurde vollständig eingestellt. Danach konnte der gemeinsame Rückversicherer der öffentlichen Versicherer weitgehend befreit von seinen ausländischen Altlasten am Markt operieren.
Ein langes Kapitel
Die vollständige Trennung vom Londoner Altgeschäft zog sich allerdings noch eine Weile hin. Es galt, die alten Verträge noch abzuwickeln. Jürgen Rehmann, ab 1996 an der Vorstandsspitze der Deutschen Rück, trieb diesen komplexen Prozess voran. Über das Instrument des „Solvent Schemes of Arrangement“, das Großbritannien 2009 einführte, um die Verbindlichkeiten von Unternehmen neu zu strukturieren, löste sich die Deutsche Rück von allen Verpflichtungen aus alten Verträgen.
Jürgen Rehmann
Endgültig abgeschlossen war das Kapitel Deutsche Rück UK dann aber erst im Jahr 2016 nach einer erfolgreichen Auseinandersetzung mit der britischen Finanzbehörde um die steuerliche Bewertung von Reserven des Unternehmens. Volle 40 Jahre nach dem Einstieg in den Londoner Markt.